Gestern Freitag (19.06.09) kam es zu selbstorganisierten Blockade- und Protestaktionen auf der Igler Bundesstraße. AktivistInnen verzögerten dadurch die Anreise von Burschenschaftern zu einer Sonnwendfeier am Patscherkofel, die Teil des Rahmenprogramms des rechtsextremen Festkommerses ist.
Durch die Aktionen entstand ein Verkehrsstau und zahlreiche Korporierte mussten über einen Umweg zur Veranstaltung gebracht werden. Gleichzeitig wurde mittels mitgeführter Transparente zum „Hupen gegen Burschenschafter“ aufgerufen. Laut den AktivistInnen wurde dieser Aufforderung von nicht wenigen AutofahrerInnen umgehend nachgekommen.
„Wir solidarisieren uns mit diesen kreativen Aktionen und fordern weiterhin, den Faschisten keinen Raum für die Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie zu überlassen. Wir freuen uns über die Vielfalt der Aktionsformen gegen den Kommers und laden nochmals herzlich zur Teilnahme beim heutigen Straßenfest vor dem Bierstindl und dem anschließenden Demonstrationszug durch die Innenstadt ein“, resümiert Evelyn Roth, Sprecherin der „Autonomen Antifa Innsbruck“.
]]>Ein erster Bericht:
Burschenschafts-Kommers Innsbruck
Heute Samstag treffen sich voraussichtlich tausende schlagende Verbindungsstudenten aus Schland und Österreich in Innbruck (Österreich/Tirol). Die meisten von ihnen dürften der Deutschen Burschenschaft, dem rechtsextremen Flügel des Korporationswesens, angehören, die federführend zu diesem Kommers eingeladen hat.
Gegenaktionen gab’s gestern schon, unter anderem wurde die Zufahrtsstraße zur Patscherkofel-Bahn, von wo aus die Burschen und Alten Herren zu einem „Bergfeuer“ auffahren wollten, mit Baumstämmen und Steinen blockiert. Heute geht es mit einer Demo gegen „Lieber Frauenbanden als Männerbünde“ und Straßenfest/dezentralen Aktionen weiter.
Wenn sich Männer in Jahrhunderte alter, exklusiver Tradition an Hochschulen verbünden, dann ist das für sich genommen schon widerlich genug. Wenn sie dazu noch ritualisiert fechten, um Werhhaftigkeit und Mannbarkeit unter Beweis zu stellen, denn ist das ekelhaft. Wer dazu – wie die Deutsche Burschenschaft – aber noch erklärt, das Deutsche Reich sei 1945 nicht untergegangen, habe derzeit nur leider keine staatlichen Organe, einen deutschen „Volkstumskampf“ von Südtirol bis Kaliningrad proklamiert und Österreich gedanklich schon längst angeschlossen, da kann mensch eigentlich nur noch kotzen!
Dieses Wochenende treffen sich derartige Alte Herren, Burschen und wohl auch ein Paar Füxe in Innsbruck zum Festkommers. Anlass ist der Aufstand Tiroler Bauern gegen die bairisch-französiche Verwaltung vor 200 Jahren, der am Berg Isel seinen Ausgang genommen haben soll. Dort wollen sich die Korporierten heute auch zu einer Gedenkveranstaltung zusammenrotten, bevor zum straff organisierten Zwangsbesäufnis mit schrägen Liedgut („Festkommers“) in die Messehalle geht.
Freitag
Gestern schon sollte eine Bergfeuer zu Ehren Andreas Hofers – das ist der Anführer der Aufstände gewesen und so zusagen der Tiroler National-Seppl – entzündet werden. Aber da haben Aktivist_innen gestern bereits das erste Mal interveniert: Die Hauptzufahrtsstraße zur Bergbahn auf den Patscherkofel konnte durch eine Materialblockade erfolgreich für einige Zeit abgeriegelt werden. Ein burschenschaftlicher Shuttle-Bus wurde beim Umdrehen gesehen. Ob es dennoch zur Feuerfeier kam und ob die nationalbewussten Burschen wieder Bücher dabei verbrannten, wie sie es seit 1917 gewohnt sind, ist leider unbekannt.
Am Abend wurde eine Publikation der ÖH Wien vorgestellt, die sich spezifisch mit dem Korporationswesen in Österreich auseinandersetzt. Sie liefert theoretische Überlegungen zu der seit einigen Jahren erstarkenden politischen Bewegung gegen burschenschaftliche Großveranstaltungen. Die vorgetragenen Textauszüge lassen erahnen, dass es sich um ein echtes Wiener Schmankerl handelt!
Samstag
Für heute ist ein Straßenfest am Fuße des Berg Isel angekündigt. Hauptintention dabei ist es, mit angenehmen Beats auch die Elite-Männer am Hügel oben zu erfreuen. Leider ist der rechtliche Status zur Stunde unbekannt, die Organisator_innen behalten sich vor, wegen extrem repressiver Auflagen lieber ein dezentrales Aktionskonzept vorzuschlagen. Deshalb: ruft auf den Fall das Infotelefon (siehe unten) an oder besser: Kommt ins Hutterheim bevor ihr Euch auf den Weg macht!
Später, um 17 Uhr, wird unter dem Motto „Lieber Frauenbanden als Männerbünde“ demonstriert. Dafür sind 1300 Bullen aus ganz Österreich samt dem Nationalstolz der Alpenrepublik, einem von zwei Wasserwerfern, angereist. Wir hoffen, dass diese gewaltbereiten Chaoten sich dennoch zurückhalten.
Am Ende wird die Demo in der Schlusskundgebung des „mitte-links“ Bündnisses bei den Kongresshallen aufgehen. An deren anderem Ende werden die Schmiss-Germanen sich „anständig betrinken“. Wie viele Mützen und Bänder dennoch ihren Weg in den Inn und die Mülltonnen Innsbrucks finden werden, wird sich herausstellen.
Sonntag
Für den Sonntag haben die Burschen einen Frühschoppen angekündigt. Geplant sind derzeit noch keine Aktionen, aber die Pennplatzstruktur steht freilich auch noch bis morgen…
Die Medienberichterstattung versucht indes seit Wochen die antifaschistischen Proteste als per se gewalttätig zu charakterisieren. Repressionen hatten schon im Vorfeld dafür gesorgt, dass das Kollektiv Grauzone aus dem Kulturzentrum p.m.k. geworfen wurde. Die rechtsextremen Burschenschaften werden hingegen als „national-liberal“ beschrieben – obwohl der liberale Flügel der Burschenschaft in der Diskussion der „Judenfrage“ auf den Burschentagen 1893 und 1896 untergegangen ist und seit über 100 Jahren Freiheit keine Rolle mehr spielt bei den Burschen. Das ORF versteigt sich bei sonst passabler Berichterstattung zu Folgendem:
„Besonders schützen wird die Polizei am Samstag auch die Verbindungshäuser katholischer Studentenverbindungen. Deren Mitglieder sind rein äußerlich kaum von echten Burschenschaftern zu unterscheiden, inhaltlich allerdings gibt es gravierende Unterschiede. Sie befürchten im Zuge der Gegendemo möglichen Vandalismus gegen ihre Verbindungshäuser.“
Die inhaltlichen Unterschiede zwischen Burschenschaft und ÖCV stellen sich historisch als „Nationalsozialistisch“ vs. „Austro-Faschistisch“ dar. Männerbünde sind sie beide. Ergo: Es gibt mehr, das sie eint als sie trennt.
Wichtige Nummern fürs Wochenende:
Infonummer: 0043 / 681 / 10 20 52 47
Rechtshilfenummer: 0043 / 681 / 10406597
von hier
]]>]]>Erneute Gewaltdrohungen in Neonaziforen
Utl.: Alpen-Donau-Info ruft zur Teilnahme am Innsbrucker Burschenschafterkommers aufWien (OTS) – Vom 19. bis 21. Juni trifft sich das deutschnationale bis rechtsextreme Korporationswesen erneut zu einem Kommers in Innsbruck, zu dem mit etwa 1000 Anreisenden aus Österreich und Deutschland gerechnet wird. Andrea Raffl, Presssprecherin der Gruppe IGM (Initiative gegen Männerbünde): „Was dem Land Tirol (lokal-)patriotischer Aufputz ist, dient dem ‚gesamtdeutschen Kommers‘ (sic!) zur erschreckenden öffentlichen Zurschaustellung von Geschichtsrevisionismus und zur Heroisierung der eigenen Rolle im Südtirolterrorismus.“ Den Ehrenschutz übernimmt der 3.Nationalratspräsident Martin Graf, selbst bekannter Maßen Mitglied der rechtsextremen Burschenschaft B!Olympia. Andrea Raffl dazu: „Durch Festredner wie Martin Graf erhalten Zusammenkünfte mit großer rechtsextremer Beteiligung ihre parlamentarische Absegnung.“
Vergangenen Samstag kam es bei einem antifaschistischen Stadtspaziergang zu einem tätlichen Angriff. Unter den rund zehn, mit Hitler-Masken vermummten, Neonazis war auch der skandalträchtige ehemalige parlamentarische Mitarbeiter Grafs, Sebastian Ploner (B!Olympia). In dem neonazistischen Internetforum „Alpen-Donau-Info“ wurde zu dem Angriff aufgerufen. Ähnliche Gewaltandrohungen auf derselben Seite richten sich gegen Innsbrucker AntifaschistInnen aus dem Umfeld der Proteste gegen den Kommers. „So zeigen sich erneut die Verstrickungen zwischen deutschnationalen Burschenschaftern und dem organisiertem Rechtsextremismus. Es ist untragbar, dass diese
Verbindungen von der breiten Öffentlichkeit anscheinend ignoriert werden.“ so Raffl abschließend.Rückfragehinweis:
Andrea Raffl
01/521 25 242
alpenfestungschleifen.blogsport.de
alpenfestungschleifen@riseup.net
Hier die vollständige Demoroute:
Bierstindl – Klostergasse – Dr. Karl von Grabmayr Straße – Salurner Straße. – Südtiroler Platz – Brunecker Straße – Museumstraße – Sillgasse – Universitätsstraße – Dreiheiligenstraße – Jahnstraße – Zeughausgasse
Karte gibts bei der Autonomen Antifa Innsbruck
Die Demo passiert in ihrem Verlauf zwei Schutzzonen, nämlich die Schutzzonen Rapoldipark und Sillpark. Hier gelten für die Polizei erweiterte Befugnisse, z.B. das erleichterte Verteilen von Platzverweisen. Weiters werden diese Bereiche sehr stark videoüberwacht.
Für weitere Infos wird es an den Aktionstagen eine Infonummer geben: 0043 / 681 / 10 20 52 47. Diese Nummer ist nicht zu verwechseln mit der Rechtshilfenummer. Letztere bitte nur im Falle von polizeilichen Freiheitsberaubungen anrufen, egal ob ihr selber betroffen seid oder Verhaftungen beobachtet.
]]>Vortrag und Diskussion mit Heribert Schiedel (Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands) über die deutschnationalen bis rechtsextremen Studentenverbindungen in Österreich, den von ihnen abgefeierten nationalistischen „Freiheitskampf“ gegen Emanzipation und Moderne und das „Südtirolproblem“ als Vehikel für Revanchismus und Pangermanismus.
Termin: 12. Juni, Beginn 20uhr
Ort: Nig, HS II, universitätsstraße 7, 1010 Wien
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„Bomben, Pater, Burschenschafter. 200 Jahre nationaler Regression im heil‘gen Land!“
Vom 19. bis 21.Juni wird in Innsbruck/Tirol der „Festkommers der Burschenschafter“ abgehalten. Aktueller Anlass dafür: 2009 jährt sich zum 200. Mal die Schlacht am Bergisel, in der sich Tiroler Bauern gegen die Aufklärung auflehnten. Der Vortrag beschäftigt sich mit den Geschehnissen rund um 1809, der Tiroler Teilung und dem Bombenterror, sowie mit der aktuellen Situation der Burschenschaften in Tirol. Gewürzt wird das ganze mit vielen coolen Infos zu den Gegenveranstaltungen!
Termin: 10. Juni, 20:00
Ort: Wipplingerstraße 23 im Rahmen des Que[e]r- Beisl
Gesamtdeutscher Burschenschafter Kommers
Vom 19. bis 21. Juni rauft sich der elitäre Haufen zu einem Kommers in Innsbruck zusammen, es wird mit etwa 1000 Anreisenden aus Österreich und Deutschland gerechnet. Das Treffen wird im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 200. Todestages des Lokalmatadors Andreas Hofer, abgehalten, zu denen das offizielle Tirol lädt. Was dem Land (lokal-) patriotischer Aufputz ist, dient dem „gesamtdeutschen Kommers“ (!) unter dem Motto „200 Jahre Tiroler Freiheitskampf“, zur Heroisierung des so genannten „Grenzlandtums“. Im Geschichtsverständnis der Burschen, ist das „Deutschtum“ in Südtirol seit dem Kampf von Tiroler Bauern gegen französische Truppen und die Aufklärung, über den Südtirolterrorismus der 1950er und 60er Jahre bis zum heutigen Ringen um die „deutsche Kulturnation“, mit der nationale Zugehörigkeit auch jenseits von Staatsgrenzen verortet werden kann, kontinuierlich bedroht.
Chronologische Abfolge der Veranstaltungen zum Burschenschafterkommers:
5.6.2009: 20:00 Uhr
Wien: Idee:direkteAktion
Zwölfergasse 9, 1150 Wien
7.6.2009: 17:00 Uhr,
Bregenz: Infoladen Zündschnur – AJZ Between
Bahnhofstr. 47, 6900 Bregenz
7.6.2009: 20:00 Uhr
Passau: ZAKK
Unterer Sand 3-5, D-94032 Passau
8.6.2009: 19:00 Uhr
Steyr: Büro der GAJ Steyr
Wieserfeldplatz 13, 4400 Steyr
9.6.2009: 19:00 Uhr
Linz: ann & pat
Lederergasse 7, 4020 Linz
Gesamtdeutscher Burschenschafter Kommers
Vom 19. bis 21. Juni rauft sich der elitäre Haufen zu einem Kommers in Innsbruck zusammen, es wird mit etwa 1000 Anreisenden aus Österreich und Deutschland gerechnet. Das Treffen wird im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 200. Todestages des Lokalmatadors Andreas Hofer, abgehalten, zu denen das offizielle Tirol lädt. Was dem Land (lokal-) patriotischer Aufputz ist, dient dem „gesamtdeutschen Kommers“ (!) unter dem Motto „200 Jahre Tiroler Freiheitskampf“, zur Heroisierung des so genannten „Grenzlandtums“. Im Geschichtsverständnis der Burschen, ist das „Deutschtum“ in Südtirol seit dem Kampf von Tiroler Bauern gegen französische Truppen und die Aufklärung, über den Südtirolterrorismus der 1950er und 60er Jahre bis zum heutigen Ringen um die „deutsche Kulturnation“, mit der nationale Zugehörigkeit auch jenseits von Staatsgrenzen verortet werden kann, kontinuierlich bedroht. Dabei scheint sich das offizielle Tiroler Verständnis, trotz Distanzierungen, durchaus in gedanklicher Nachbarschaft zu befinden. So sagte Andreas Khol, ehem. Nationalratspräsident der ÖVP und Organisator des offiziellen Tiroler Gedenkfestumzugs im September 2009, in einem Interview im November 2008, dass dieses Gedenkjahr die „große Chance, die Einheit Tirols im Kopf zu verankern“ biete.
What the fuck…?
Ein Kommers ist die burschenschaftliche Antwort auf die Frage nach der Verbindung von Öffentlichkeitsarbeit, der Lancierung eigener politischer Inhalte in der öffentlichen Wahrnehmung mit inoffiziellen Vernetzungsaktivitäten. Dabei geht es leider nicht nur um das symptomatische akademische Besäufnis, sondern auch um die gegenseitige Absicherung des eigenen Status als männerbündlerische Elite. In der Uniformierung und stolzen Zurschaustellung von Säbeln und Schmissen, liegt das Versprechen, sich von der „breiten studentischen Masse“ absetzen zu können. Die letzte Großveranstaltung dieser Art fand in Innsbruck 2000 statt, damals sprach – trotz breiter zivilgesellschaftlicher Proteste – der damalige Innsbrucker Bürgermeister Herwig van Staa, heuer wird ein wesentlicher höherer Staatsfunktionär den Ehrenschutz übernehmen, Martin Graf, dritter Nationalratspräsident und Alter Herr der rechtsextremen Wiener Burschenschaft Olympia, empfindet es als Auszeichnung, das versammelte deutschnationale Lager zu vertreten.
Wer genau
Die Organisation des Kommerses wird von einer interkorporativen Arbeitsgruppe geleitet. Die Direktive hat Christoph Mösenbacher inne. Er ist gleichzeitig der Vorsitzende des Rings freiheitlicher Studenten für Tirol und Mitglied der Burschenschaft Brixia. Weiters mit im Boot sind die Burschenschaft Suevia, die Corps Athesia und Gothia, die Sängerschaft Skalden, die Landsmannschaft Tirol und die akademische Turnverbindung. Die Brixen und Sueven gehören zum rechten Flügel, des an sich schon dezidiert rechten Dachverbands Deutsche Burschenschaft (DB), der mit ca. 15 000 Mitgliedern, die größte deutschnationale Vereinigung in Österreich und Deutschland ist. Als sich 1996 die Olympia aus Wien anschickte, erneut den (rotierenden) Vorsitz der DB zu übernehmen, traten gemäßigte deutsche Verbindungen aus dem Verband aus. Auf der anderen Seite trat die Sängerschaft Skalden, das prominentestes Mitglied ist Ewald Stadler, EU-Spitzenkandidat des BZÖ, 1992 aus der Deutsche(n) Sängerschaft (DS) aus, weil dieser Dachverband es erlaube, dass „auch ein Chinese, falls er sich zur Pflege deutschen Kulturgutes verpflichtet“ , in eine DS-Verbindung aufgenommen werden kann. Damit entsprechen die Skalden dem deutschnationalen Abstammungsprinzip, das Nationalität dort verortet, wo eine deutsche „Bluterbschaft“ und völkische „Abstammungsgemeinschaft“ konstatiert, oder besser: konstruiert, wird.
Entgegen aller korporierten Legenden war der Antisemitismus von Anfang an fixer Bestandteil burschenschaftlichen Lebens. Bereits die „Urburschenschaft“ bestimmte, dass „nur ein Deutscher und Christ“ Mitglied werden dürfe. Bei der Vereinigung der bereits bestehenden Burschenschaften zur Allgemeinen Deutschen Burschenschaft (1818) stritt man um den „Arierparagraphen“, der mit der gesamtgesellschaftlichen Konjunktur des Antisemitismus ab ca. 1870, in beinahe allen Burschenschaften implementiert wurde.
Auch ein Blick auf die Lebensbündler und Alten Herren der Brixia macht deutlich, welche politische Zielsetzungen in den Verbindungen konserviert und propagiert werden. Herwig Nachtmann, Mitglied der Burschenschaft Brixia, wurde 1995 nach dem NS Verbotsgesetz verurteilt. Seine Verurteilung hatte keine weiteren Auswirkungen auf seine Mitgliedschaft. In derselben Korporation findet sich auch Erhard Hartung, verurteilter vierfacher Mörder und Südtirolterrorist, der jedoch nie an Italien ausgeliefert wurde.
Und was
Das Programm des Kommers sieht für den Abend des 19. Junis eine „Bergsonnenwendfeier“ am Bergisel vor. Dort brennen alljährlich in der erzkatholischen Ausrichtung der „Herzjesu Feiern“ Gipfelfeuer, die auch als Symbol für die geforderte „Wiedervereinigung“ mit Südtirol zu verstehen sind. Am Samstagabend findet ein Festkommers statt, das korporierte Wochenende schließt letztlich mit dem „Traditionellen Sonnwendfrühschoppen der Innsbrucker wehrhaften Korporationen“ ab. Die antifaschistischen Proteste, die sich gegen den Burschenschafter Kommers formieren, werden dieser rassistischen, sexistischen, antisemitischen und nationalistischen „Wehrhaftigkeit“ den gebührenden Widerstand verschaffen.
Weitere Infos findest du unter http://antifa-ibk.it.tt
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